Text zur Ausstellung GOGOPLEX

(September 2010, Galerie Azyl, Pilsen)

 

Gleich am Anfang möchte ich Ihnen ein Geheimnis verraten: Ich kann Vernissagen nicht leiden, besonders die meinen nicht. Deshalb versuche ich immer nach allem aus einem ganz anderen Blickwinkel zu „schnappen“.
Also los!
Gogoplex. Sie fragen wahrscheinlich: Was soll es eigentlich bedeuten? Es bedeutet etwa: „durchaus alles“. Diese Ausstellung ist thematisch nicht geschlossen, eher handelt es sich um einen flüchtigen Durchschnitt meines künstlerischen Schaffens seit 2006.
Und weil man sich unter dem Thema Gogoplex fast alles vorstellen kann, bin ich auf die Idee gekommen, zum Beispiel über Hummeln zu sprechen. Kennen Sie Hummeln? Wissen Sie wie sie leben?  Wie sie sich ernähren wie sie sich vermehren? Wenn Sie beginnen sich für diese Intsekten zu interessieren, dann stellen Sie plötzlich fest, dass es durchaus wunderschöne Tierchen sind. Sie sind von Natur aus weise und fleiβig und ihr Leben ist kein Spaziergang  durch einen rosaroten Garten. Noch eine kleine Bemerkung: Die Hummel kann eigentlich – aus technischen Gründen – nicht fliegen. Sie hat nämlich zu kleine Flügel, um empor zu steigen und somit die Gravitation zu überwinden. Doch die Hummel ist kein Physiker, um so etwas errechnen zu können. Sie ist auch kein Leonardo da Vinci, um eine sinnreiche Flugmaschine zu konstruieren. Sie ist auch kein Philosoph, um darüber zu meditieren, wie etwa das Fliegen wäre. Sie ist halt nur Hummel. Und ihr Ziel ist zu fliegen. Und so bemüht sie sich, wedelt aus allen Kräften ihre kleinen Flügel und … sie fliegt.
Ganz einfach, nicht wahr – was sagen Sie dazu?
Wahrscheinlich ist es Ihnen noch immer nicht ganz klar, warum ich hier über Hummeln spreche. Der Grund ist ganz einfach. Ich möchte Sie, liebe Gäste, dazu anregen, dass Sie Lust bekommen, Dinge kennen zu lernen, die Sie bisher noch nicht kennen gelernt haben. Hindernisse abbauen, die Ihnen die Aussicht aufs Leben verdunkeln. Ihre Horizonte erweitern und Schönheiten wieder sehen, die wahrscheinlich direkt vor ihrer Nase liegen. Vor allem wünsche ich mir aber, dass Sie begreifen, dass Ihre Träume in Ihren eigenen Händen liegen. Und das, ob Ihre Träume erfüllt werden oder nicht, können nur und nur Sie selbst beeinfluβen.
Nichts ist unmöglich – vergessen Sie die Hummel nicht!